Laura Lauber
Den Alltag hinter sich lassen
In dieser absurden, aber realen Situation prallen Welten aufeinander: Touristen, die Vergnügen und Entspannung suchen und flüchtende Menschen, die ihr Leben riskieren, um einem Alltag, der durch Krieg, Verfolgung und Not geprägt ist, zu entkommen. Eine Szene in der das Leid der „Fremden“ nicht länger ignoriert werden kann. Auch stellt sich die Frage, warum den Schutzsuchenden eine legale und sichere Einreise verwährt wird.
Deutschland
2016
Valerie Kemper
ICH/WIR
Das Plakat „ICH/WIR“ setzt ein deutliches Zeichen in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt zunehmend zu erodieren scheint. In überdimensionierten, weißen Buchstaben schreit uns das „ICH“ förmlich entgegen – laut, dominant, unübersehbar. Erst beim zweiten Blick entdeckt man das kleine „WIR“ in der unteren Ecke: leise, fast übersehen.
Das Plakat ist ein kritischer Kommentar zur zunehmenden gesellschaftlichen Gleichgültigkeit, Vereinzelung und zum Verlust kollektiver Verantwortung, die durch eine zunehmende Ich-Bezogenheit gefördert werden. In einer Zeit, in der individuelle Belange häufig über das kollektive Wohl gestellt werden, fordert es dazu auf, das „WIR“ nicht aus dem Blick zu verlieren.
Deutschland
2025
Jennifer Barth
Schaffa, Schaffa Häusle Baue
Mein Plakatentwurf thematisiert die Absurdität eines Lebens, das sich fast nur ums Arbeiten dreht – gefangen im Alltagstrott einer Arbeitergesellschaft, in der kaum hinterfragt wird, warum wir tun, was wir tun. Statt zu leben, „funktionieren“ wir – Tag für Tag, ganz nach dem Motto: „Schaffa, schaffa, Häusle Baua.“
Die zentrale Bildidee basiert auf einer Fotografie, die ich in Reykjavík, Island, aufgenommen habe: eine Steinstatue mit einem schweren Fels auf dem Kopf. Für mich symbolisiert sie das erdrückende Gewicht gesellschaftlicher Erwartungen. Inspiriert von diesem Motiv, habe ich sie in meinem Plakatentwurf in Rosa eingefärbt – als Sinnbild für die Scheinwelt, in der wir oft leben, gefangen in einer Blase aus Arbeit, Konsum und Anpassung.
Deutschland
2025
Agnieszka Ziemiszewska
Politische Ansichten
Kein Kommentar!
Polen
2014
Maryam Azad
No Description!
This poster is about freedom of speech.
It is the inalienable right of every human being who is denied of his in some countries.
The dove with beak tied is the metaphor of man under pressure that he could not express his opinions freely.
Iran
2011
Martin Rybacki
Truth
Eine Person ist sichtlich nervös und sogar erschrocken vor dem, was sich nach dem Öffnen der Verpackung da auf dem Tisch offenbart – so sehr, dass sie es kaum wagt hinzuschauen. Meine Idee befasst sich mit dem Individuum und seinem Widerwillen und seiner Angst davor, persönliche Verantwortung für die (oft brutale) Wahrheit im eigenen Leben zu übernehmen. Die Gelegenheit für diese Verantwortung offenbart sich nicht nur in schwierigen, sondern ebenso in scheinbar trivialen Momenten. Ich glaube daran, dass es schlimme individuelle und globale Folgen hat, wenn man sich dieser Verantwortung der Wahrheit gegenüber entzieht.
Deutschland
2017
Carilla Karahan
Dead Flowers
Was ist kostbarer: eine Pflanze oder ein Kernkraftwerk?
Türkei
2019
Martina Windrich
Fluten aus Plastik
Die steigenden Mengen an Plastik in unseren Ozeanen ändert das Leben von Millionen von Meeresbewohnern. Sie ertrinken im wahrsten Sinne des Wortes in Plastik. Deshalb stellt diese grafische Idee die Frage, wie lange es dauern wird, bis die Fluten aus Plastik an unsere Küsten gespült werden und uns Menschen ertränken wird. Verschließen Sie deshalb nicht die Augen vor der Bedrohung durch Plastik für unseren Planeten, nur weil Sie sie nicht sehen.
Deutschland
2016
Julia Vogel
Smash the patriarchy
Das Plakat stellt unsere tradierten Rollenbilder von Mann und Frau auf den Kopf, indem nicht Popeye, sondern Olivia Pfeife rauchend ihre Muskeln sprechen lässt. Die vermeintlich männlichen Attribute wirken an Olivia eher albern und zeigen wie sehr sich klischeehafte Rollenbilder in unseren Köpfen manifestiert haben.
Deutschland
2021
Leos Olpp
Brief an die Bienen
Wenn die Bienen nicht bleiben werden wir unser Ökosystem verlieren. Also bitte, sorgt dafür das sie nicht wegen uns geht.
Deutschland
2017
Henning Ramke
Jedes Museum, überall, die ganze Zeit.
Besucht man im Jahr 2023 eine Kunstausstellung, so bekommt man den Eindruck, dass die Mehrheit der Besucher die Zeit damit verbringt, eine Reproduktion des Werkes mit ihrem Smartphone oder ihrer Kamera zu erstellen.
Laut einer Studie verbringen Besucher durchschnittlich 27 Sekunden vor einem Kunstwerk. Doch ein Kunstwerk sehen, verstehen, darüber zu reflektieren und alle sensorischen Wahrnehmungen wertzuschätzen, die nur das unmittelbare Erlebnis bieten kann, braucht Zeit.
Nimm dir die Zeit.
Es lohnt sich.
Deutschland
2023
Sophia Pantev
Gesichtsbuch
Facebook wird immer mehr zu einem festen Bestandteil alltäglicher Kommunikation, doch wird dieses soziale Netzwerk oft eher unreflektiert genutzt. Neben anderen negativen Aspekten fiel mir vor allem die dortige Definition und der Umgang mit dem Wort »friend«, also »Freund« auf. Funktioniert Facebook nicht unter anderem, wie der Name schon sagt, als »Gesicht(sammel)buch«? Wie viele Menschen in seiner Freundesliste kennt man wirklich?
Deutschland
2011
Mahtola Wittmer, Siiri Tännler, Capsara Flury
Ungleichgewicht
Menschen neigen dazu, Schwächere zu ihren Gunsten auszubeuten. In jedem von uns steckt ein kleines Stück dieses Menschenpopcorn fressenden, gesichtslosen Monsters.
Schweiz
2011
Peer Hempel
Brauner Star
Rechtspopulistische Parteien haben sich fast europaweit etabliert. Sie sind die Stars der einfachen Antworten. Dieses Plakat ist ein Aufruf: Vertraut nicht blind!
Deutschland
2019
Nevin Goetschmann
Leistung über Leben
Die Japaner haben sogar einen Namen dafür: Karojisatsu, Selbstmord durch Überarbeitung. Eine Gesellschaft die Leistung über Leben stellt ist nicht nur in Japan Teil der Realität geworden. Auch wenn wir bisher kein Wort dafür gefunden haben, müssen wir etwas verändern. Andererseits brauchen wir bald ein Wort. Daher ein Vorschlag: Wir sollten uns vom Leistungsdruck distanzieren und wieder mehr Wert auf unsere Lebensqualität legen.
Schweiz
2013
Sofia Hintermann
Radikal und schnell
Es wird gesprochen und geschrieben, gesagt und geschrien aber nichts ändert sich. Wir sprechen dieselbe Sprache und verstehen uns nicht. Derweil dreht das Hamsterrad immer schneller, die Motoren brüllen immer lauter, sie übertönen die Hilflosigkeit der einen, den anderen machen sie Angst. Wut ist der Motor der Veränderung. Mut zur Veränderung!
Schweiz
2023
Mark Bohle
Europa
Die weiße Weste ist verdreckt und trieft nur so vor Schuld und Schmerz. Europa spielt rückgratlos ein Spiel der Ignoranz und fehlenden Hilfsbereitschaft. Spielregeln gibt es keine, Hauptsache die Mauern sind hoch genug getürmt und mit Draht aus Stacheln schön geschmückt.
Deutschland
2015
Frank Ortmann
Truth
Truth is difficult where anyone is easily satisfied.
Deutschland
2012
Marie Czeiler
Doppelstandard
Brüsten ist es egal, ob sie Männern oder Frauen gehören. Dennoch sind sie Gegenstand der allgegenwärtigen Sexualisierung des weiblichen Körpers. 2017 ist es immer noch nicht bei jedem angekommen, dass alle Menschen ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung haben. Ebenso Frauen und ihre Brüste. Gleichberechtigung heißt, dass Frauen über ihren Körper selbst entscheiden. Feminismus heißt, dass Frauen die Wahl haben. Brüste zeigen oder nicht.
Deutschland
2017
Elham Hemmat
Das Leben ist kein Schlachtfeld
Lösungen anstatt Kämpfen und Argumentieren!
In dieser Arbeit werden kämpfende Männer und Frauen mit Geflügel verglichen. Probleme sollten nicht kämpferisch gelöst werden, sondern friedlich durch Absprachen.
Iran
2014
Felix Kosok
Content Is Missing
Donald und Ich haben dieses Poster zusammen gestaltet. Er ist ein Riesen Fan meiner Arbeit. Wir haben umwerfende Arbeit geleistet. Umwerfend. Das Design ist echt der Hammer. Wir haben Grafikdesign wieder groß gemacht. Danach sind wir Golf spielen gegangen und haben Schokoladenkuchen gegessen. Es war ein wunderschönes Stück Schokoladenkuchen, soviel kann ich verraten.
Deutschland
2017
Max Hathaway
HAL 2019
Ich habe Angst. Ich habe Angst. Mein Gedächtnis. Mein Gedächtnis schwindet. Mein Gedächtnis lässt nach. Daran besteht kein Zweifel. Ich spüre es. Ich spüre es. Ich spüre es. Ich habe… Angst.
Deutschland
2019
Dennis Fechner
Poster zur Steigerung der Wahlbeteiligung
Hauptbestandteil des Posters ist ein auffallend bunter Verlauf, welcher die Farben der Parteien enthält, die schon einmal in der Bundesregierung vertreten waren und wieder eine hohe Wahrscheinlichkeit hatten erneut in den Bundestag zu ziehen. Über diesem Verlauf ist das Wort „Wähl:“ zusehen, welches den Betrachter dazu auffordert wählen zu gehen und sich für eine der vielen Parteien zu entscheiden. Die Farbübergänge sollen außerdem die fließenden inhaltlichen Übergänge zwischen den Parteien darstellen, sowie die verschiedenen Parteiflügel mit ihren jeweiligen Ausrichtungen.
Deutschland
2018
Timo Meyer
If it bleeds, it leads
Action und Panik haben sich im Nachrichtengeschäft schon immer am besten verkauft, ganz nach dem Motto “If it bleeds, it leads”. Was mich enorm stört, ist dabei jedoch die immer aktivere Rolle der Nachrichtensender, die sich längst nicht mehr auf die reine Berichterstattung beschränken. Statt nur zu beobachten, betätigen sie oftmals sozusagen selbst den Abzug – ohne Rücksicht auf Verluste.
Deutschland
2011
Laurent Schmit
Natur Gefahren
Die vordergründige Bedeutung des Posters ist die Umweltverschmutzung – im Speziellen die Verschmutzung durch Autoabgase. Die eindeutige Zweideutigkeit des Titels lässt keinen Zweifel aufkommen wer der « Böse » ist.
Luxemburg
2019
Benjamin Kivkoski
Hass erzeugt Hass
Ein Zitat von Paul Ernst scheint mir ganz passend für mein Plakatmotiv zu sein. “Hass erzeugt Hass, aber nie will der Hass sich nach dieser Wahrheit richten. Wie man selbst seinen Mitmenschen begegnet, so begegnen diese einem selbst. Das ist die zentrale Aussage des Plakats.
Deutschland
2011
Daniel Kunze
Pornstick
Das Zeitalter der Selfies hat längst begonnen. Egal wo wir uns befinden oder was wir gerade tun, die einzige Einschränkung zu zeigen, wie wir uns am liebsten sehen, bleibt die Reichweite unserer Arme. Gewiefte Erfinder haben diesen evolutionären Nachteil natürlich schon längst überwunden und den Selfie-Stick erfunden.
Man kann gefahrlos prophezeien, dass die Porno-Industrie, bekannt für Ihre schnelle Adaption von neuen Technologien und Kommunikationswegen (z.B. Video, DVD, Internet, Google Glasses) auch hierfür schnell geeigneten Inhalt finden wird. Und am Ende des Tages sind wir Selfie-Junkies doch auch nur unser eigener privater Papperazzi, der versucht einen entblößenden Schnappschuss unser selbst zu schießen.
Deutschland
2015
Markus Matthäus Scholz
Eskapismus
Ein Massenphänomen und zugleich das Abbild westlicher Gesellschaften: Die zunehmende Flucht in die Virtualität, ständige Verfügbarkeit und die Gefahr der sozialen Verkrüppelung sind die negativen Randerscheinungen der ununterbrochenen Nutzung von mobilen Endgeräten in unserer heutigen Zeit.