Timo Meyer
If it bleeds, it leads
Action und Panik haben sich im Nachrichtengeschäft schon immer am besten verkauft, ganz nach dem Motto “If it bleeds, it leads”. Was mich enorm stört, ist dabei jedoch die immer aktivere Rolle der Nachrichtensender, die sich längst nicht mehr auf die reine Berichterstattung beschränken. Statt nur zu beobachten, betätigen sie oftmals sozusagen selbst den Abzug – ohne Rücksicht auf Verluste.
Deutschland
2011
Valerie Kemper
ICH/WIR
Das Plakat „ICH/WIR“ setzt ein deutliches Zeichen in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt zunehmend zu erodieren scheint. In überdimensionierten, weißen Buchstaben schreit uns das „ICH“ förmlich entgegen – laut, dominant, unübersehbar. Erst beim zweiten Blick entdeckt man das kleine „WIR“ in der unteren Ecke: leise, fast übersehen.
Das Plakat ist ein kritischer Kommentar zur zunehmenden gesellschaftlichen Gleichgültigkeit, Vereinzelung und zum Verlust kollektiver Verantwortung, die durch eine zunehmende Ich-Bezogenheit gefördert werden. In einer Zeit, in der individuelle Belange häufig über das kollektive Wohl gestellt werden, fordert es dazu auf, das „WIR“ nicht aus dem Blick zu verlieren.
Deutschland
2025
Mohammad Mehdi
Vergewaltigung
Jeden Tag werden Frauen Opfer von Übergriffen und sexueller Gewalt. Oft bleiben sie aus Angst vor falscher Justiz stumm.
Iran
2018
Bartholomäus Zientek
Listen Son
Die Speisekarte der Medien. (Zusammenfassung der wichtigsten Themen des letzten Jahres zu einer einzelnen Headline)
Deutschland
2017
Leander Eisenmann
Truth Eclipse
Donald Trump verdunkelt die Wahrheit mittels der Lüge. Am Ende lügen selbst die Schatten.
Schweiz
2017
Jennifer Barth
Schaffa, Schaffa Häusle Baue
Mein Plakatentwurf thematisiert die Absurdität eines Lebens, das sich fast nur ums Arbeiten dreht – gefangen im Alltagstrott einer Arbeitergesellschaft, in der kaum hinterfragt wird, warum wir tun, was wir tun. Statt zu leben, „funktionieren“ wir – Tag für Tag, ganz nach dem Motto: „Schaffa, schaffa, Häusle Baua.“
Die zentrale Bildidee basiert auf einer Fotografie, die ich in Reykjavík, Island, aufgenommen habe: eine Steinstatue mit einem schweren Fels auf dem Kopf. Für mich symbolisiert sie das erdrückende Gewicht gesellschaftlicher Erwartungen. Inspiriert von diesem Motiv, habe ich sie in meinem Plakatentwurf in Rosa eingefärbt – als Sinnbild für die Scheinwelt, in der wir oft leben, gefangen in einer Blase aus Arbeit, Konsum und Anpassung.
Deutschland
2025
Verena Mack
Human Parasite
Das Plakat kündigt mit einem Augenzwinkern zu reißerischen Monsterfilmpostern die Vernichtung der Erde durch den Menschen an. Denn das erschreckendste Monster ist nicht der nächste Godzilla, sondern der Mensch. Sabbernd frisst er sich im Zeitalter des Anthropozän unersättlich durch die Erde. Gierig schlingen sich die Arme und Beine des Parasiten durch die Erde, während diese langsam zerfließt. Ressourcenknappheit, Klimawandel und Artensterben sind mittlerweile Themen des Alltags, welche dringend radikalere Maßnahmen fordern. Denn das Ende der Welt kommt nicht dramatisch wie im Katastrophenfilm, sondern langsam und allmählich mit jedem Tag, an dem die Erde weiterhin auf den maximalen Profit ausgequetscht wird.
Deutschland
2021
Sebastian Iwohn
Alone?
Don´t be careless – be careful!
Deutschland
2012
Götz Gramlich
Zwischen den Zeilen
Deutschland
2010
Andreas Stettler
Ein / Aus
Es ist ganz einfach:
Kopf einschalten – AKWs ausschalten.
Schweiz
2011
Lennart Hoes
Die Zähne zeigen
Die Idee war, einen positiven Gesichtsausdruck, bei dem man die Zähne sieht, zu zeigen, weil es Mut braucht dies zu tun. Haben Sie schon einmal versucht stumpf Ihre Zähne zu zeigen, um etwas zu erreichen? Meistens ist es die Mühe wert.
Deutschland
2014
Si In Lo
Fair Treatment
The right to be treated fairly by people who are in all positions of authority, even any gender is needed to be respect.
Macao
2012
Nikodem PrEgowski
»Be a hero«
Sei aktiv, nimm wahr, sei guten Mutes, sei freundlich, sei bereit, sei schlau, liebe andere Menschen, übernimm Verantwortung, SEI EIN HELD!
Polen
2015
Fabian Krauss
Fee F®ee
Konzerne profitieren, Menschen verlieren!
Deutschland
2015
Melk Imboden
Gulf
Schweiz
2010
Abdelhamid Ameur
Gender Cake Gap
Wer mag denn schon kein Kuchen?
Deutschland
2018
Andreas Golde
Fiscal Compact
Geht es um die Währung oder die Menschen?
Deutschland
2013
Lena Thomaka
Monosanto
Weltweit wird immer mehr industrielle Landwirtschaft betrieben. Ohne Rücksicht auf Risiken für Mensch und Natur werden Monokulturen aus genmanipuliertem Saatgut verwendet. Monsanto ist an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt.
Der Agrarchemiekonzern ist weltweiter Marktführer für Biotechnologien und verfügt über 90% der Patente, der derzeit angebauten genetisch veränderten Organismen.
Deutschland
2014
Laura Markert
Size matters – mind the gap!
Dass eine Frau im Jahre 2019 im Schnitt immer noch 21% weniger verdient als ein Mann, ist unvorstellbar und absolut nicht mehr zeitgemäß. Hier stellt sich die ernsthafte Frage, wie einen der bloße Umstand, ein Mann (gesellschaftlich definierten Geschlechts) zu sein, einen dazu bringen kann, mehr zu „verdienen”?
Die Frage lässt sich wohl nur mit der plumpen Aussage „Yes, size matters” beantworten.
Deutschland
2019
Anna Woelke
Go west go waste
Sei westlich – Sei verschwenderisch!
Der gedankenlose Umgang mit unserem Essen ist nicht nur ein aktueller Trend, sondern hat eine lange Tradition in unseren Breitengraden. Bereits im Barockzeitalter wurden die Menschen durch die Lebensmittelsymbolik in sogenannten »Vanitas-Stilleben« ermahnt, ihre Essensgelüste zu mäßigen. An jener Maßlosigkeit hat sich aber nicht viel geändert. Wir leben heute in einem wahren Schlaraffenland: Eine Auswahl in XXL, 24/7 verfügbar, das Beste, das Neuste, immer frisch, immer billig. Und was wir nicht aufessen können, das schmeissen wir halt weg.
Deutschland
2011
Sébastien Marchal
Devouring
Mehr als 350 Millionen Tonnen Plastikmüll werden jedes Jahr weltweit produziert; 8 Millionen Tonnen landen jedes Jahr in den Ozeanen; diese Abfallmenge steigt jedes Jahr um 3 bis 4 %; der größte Anteil des Mülls sind Verpackungen und Behälter. Gegen diese Einweg-Plastikproduktion brauchen wir wiederverwertbare oder biologisch abbaubare Verpackungen, und vor allem müssen wir zu Mehrweg- und wiederverwendbaren Behältern zurückkehren.
Frankreich
2021
Darry Landberg
Not being normal is awesome
Wir leben in Zeiten, in denen gesellschaftliche Normen überdacht und erweitert werden, was erstaunlich und vielversprechend ist. Als ich jedoch einige Artikel über die sich erweiternde Definition von Normalität las, dachte ich, dass es immer Individuen geben würde, die nicht in das neue Normalitätsparadigma passen würden. Ich glaube, es gibt einen Haken in dieser Diskussion: Indem wir normal definieren, heben wir auch unsere Unterschiede hervor. Die Idee dieses Posters war also, zu zeigen, dass es auch eine unglaubliche Erfahrung sein kann, nicht dazuzugehören, und dass es nichts Abnormales ist, nicht normal zu sein. Das Poster ist ein wenig ironisch, da die Kreatur ihren eigenen Schwanz anzündet (oder ihn beißt, die Interpretation bleibt den Betrachtern überlassen). Das Poster wurde von Hand mit Acryl auf Papier gezeichnet.
Russland
2021
Jiayang Zhao
Häusliche Gewalt
Häusliche Gewalt sollte nicht toleriert werden, und jeder hat das Recht, in einer sicheren und gesunden Umgebung zu leben. Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, ergreifen Sie bitte sofort Maßnahmen, suchen Sie Hilfe und Unterstützung und schützen Sie sich und andere vor weiterem Schaden.
China
2023
Laurent Schmit
Natur Gefahren
Die vordergründige Bedeutung des Posters ist die Umweltverschmutzung – im Speziellen die Verschmutzung durch Autoabgase. Die eindeutige Zweideutigkeit des Titels lässt keinen Zweifel aufkommen wer der « Böse » ist.
Luxemburg
2019
Ladina Ingold
Klimung Erwärma
Heisser Frühling, grauer Sommer, eisiger Herbst, lauer Winter? Durch die globale Klimaerwärmung verschieben sich die Jahreszeiten.
Schweiz
2018
Michael Reichen
Teufelskreis
Eingesperrt sein in einer fundamentalistisch ausgelegten Religion und sich dabei unfehlbar fühlen und sich aus der Verantwortung stehlen.
Schweiz
2016
Riccardo Carrara
Ein ungerechter Vorteil
Dieses Poster verdeutlicht das Privileg und den Vorteil, mit dem manche Menschen geboren werden. Würfel sind das ultimative Symbol des Zufalls – einmal geworfen, kann niemand das Ergebnis kontrollieren, und es scheint, als hätte jeder die gleichen Chancen. Doch in Wirklichkeit haben manche Menschen bessere Chancen als andere – ohne Verdienst, Anstrengung oder Leistung.