Henrik Tersteegen

»Modus Operandi«

Die kapitalistische Verwertungslogik steuert uns zunehmend destruktiver auf den Abgrund der Selbstauslöschung zu. Der moderne Mensch verharrt in einer Haltung des passiven Aushaltens und der scheinbar bequemen Selbsttäuschung, wenn die Alternative eine notwendige Revolution wäre. Wir bleiben gelassen wie Hindukühe und betreiben business as usual.

Deutschland
2015

Elham Hemmat

Das Leben ist kein Schlachtfeld

Lösungen anstatt Kämpfen und Argumentieren!
In dieser Arbeit werden kämpfende Männer und Frauen mit Geflügel verglichen. Probleme sollten nicht kämpferisch gelöst werden, sondern friedlich durch Absprachen.

Iran
2014

Niklaus Troxler

Schwarzmalerei

Schweiz
2010

Anja Bartelt

Lethargie

Wie der Fisch im Wasser, beobachten wir aus sicherer Entfernung die aktuellen Geschehnisse, fühlen uns jedoch ohnmächtig auf die aktuellen Geschehnisse zu reagieren und werden zu passiven Beobachtern.

Deutschland
2016

Martin Wundsam

Kirchenkultur

Unter Verwendung eines heute doppeldeutig klingenden Meisner-Zitates aus den jährlichen Soldatengottesdiensten im Kölner Dom wird die Sakralisierung des modernen Kriegsapparates und zugleich die sexualisierte Gewalt in der Kirche ins Bild gesetzt. Erst ein genauer Blick – etwa auf den Verlauf der Soutanenknöpfe – erschließt die Abgründe der Bildmitte. Der priesterliche Amtsträger selbst ist gesichtslos, auf dem Hintergrund der liturgischen Farbe der Bußzeit dominiert ein Schwarz ohne Zukunft.

Deutschland
2011

Michael Allocca

Standby Fukushima

Die Katastrophe für Mensch und Natur in Japan ist nur wenige Monate alt, aber medial weitestgehend schon wieder vergessen. Das Plakat soll uns das Schicksal und die noch ungeklärten folgen für Mensch und Natur wieder ins gedächtniss rufen. Zugleich weißt das Plakat auch darauf hin, das die atomare Katastrophe in fukushima nicht behoben quasi nicht “abgeschaltet” ist.

Deutschland
2011

Selcuk Ozis

Särge

Die Explosion des Kernkraftwerk Tschernobyl war der schlimmste Industrieunfall irgendeiner Art in der Zeit der Geschichte. Zehntausende von Menschen sind im Laufe der Zeit gestorben, und weitere folgen. Atommüll ist tödlich, verursacht Krebs und genetische Mutationen, und es gibt keinen sicheren Weg, um diesen dauerhaft zu verwahren, zu entsorgen oder zu neutralisieren. Der Bau von weiteren Reaktoren bedeutet einfach Tod.

Türkei
2015

Tanya Teibtner

Klimawandel

Schuld sind immer nur die Anderen. Hier die vier einflussreichsten Länder der Welt (von links: China, Vereinigten Staaten Amerikas, Deutschland und Russland) und ihr Umgang mit dem Klimawandel.

Deutschland
2018

kikkerbillen

Libertas, Securitas, Justitia

“Libertas, Securitas, Justitia” lautet das Motto der EU-Grenzschutzagentur Frontex.
Ihre Einsätze im Mittelmeerraum sind völkerrechtlich bedenklich und reduzieren dieses Motto auf einen einzigen Begriff:
Sicherheit um jeden Preis.

Deutschland
2011

Felix Kosok

Nur ein Spiel

Zielsicher wie ein Stürmer den Ball vorantreibt, jagt im Geschäft des großen Weltfußballs ein Skandal den Nächsten. Doch eins ums andere Mal gibt es für die wirklichenVerantwortlichen nur die gelbe Karte. Darunter leiden die Zuschauer und die Spieler, welche zu stillschweigenden Komplizen werden. Es ist Zeit für einen Platzverweis!

Deutschland
2016

Piotr Depta-Kleśta

Ecce Homo

Dieses Poster thematisiert den modernen Menschen. Wir sind so sehr im Virtuellen.

Polen
2017

Kathrin Baumgartner

Lassen Sie Ihre Meinung raus

Jeder hat das Recht gehört zu werden. Geben Sie Ihrer Meinung einen „Grund“, um erzählt zu werden. Stehen Sie zu Ihrer Meinung auch, wenn sie nicht jeder akzeptiert. Sagen Sie, was Sie denken, auch wenn Sie die Zensur daran zu hindern vermag.

Italien
2014

Benjamin Kivkoski

Hass erzeugt Hass

Ein Zitat von Paul Ernst scheint mir ganz passend für mein Plakatmotiv zu sein. “Hass erzeugt Hass, aber nie will der Hass sich nach dieser Wahrheit richten. Wie man selbst seinen Mitmenschen begegnet, so begegnen diese einem selbst. Das ist die zentrale Aussage des Plakats.

Deutschland
2011

Maryam Khaleghi Yazdi

The new meaning of help

Heutzutage verändert sich die Bedeutung von Hilfe in sozialen und politischen Bereichen immens. Man kann sich nicht mehr auf die Menschen verlassen. Wenn man jemand nach Hilfe fragt, bekommt man diese häufig nicht ohne eine Gegenleistung. Man möchte mit Hilfe etwas erreichen oder Schaden zufügen.

Iran
2013

Kai Bergmann

Alles Lüge

Das Plakat-Motiv hat zwei Bedeutungsebenen:
Eine direkte, wenn das Poster – umgeben von Marketingbotschaften – an einer Plakatwand hängt.
Und eine erkenntnistheoretische, wenn es der kritischen Objektivitätsdefinition der »Radikalen Konstruktivisten« eine grafische Form gibt.
Aber ein gutes Plakat erklärt sich selbst.

D
2013

Jorge Chamorro

Same Old Story

Die Idee zu diesem Plakat entstand, als kürzlich die nordamerikanischen Ureinwohner des Stammes Sioux gegen den Bau der Pipeline durch ihr Reservat in North Dakota protestierten. Die Proteste machten international Schlagzeilen, nicht zuletzt auch wegen des exzessiven Einsatzes von Bereitschaftseinheiten der Polizei und des Militärs.
Dies ist jedoch nur der Ursprung der Gestaltung, die einen Bogen von der frühen Kolonialzeit bis heute spannen soll, um zu zeigen, dass sich die Gesichter der Unterdrücker und deren Auftreten zwar ändert, doch die Unterdrückung von Minderheiten ein unabdingbares Problem darstellt. Unterdrückung kennt keine Grenzen und kein Alter!

Spanien
2019

Tobias Röttger & Susanne Stahl

A symbol of democracy

Wahltinte ist eine halbpermanente Tinte, die Wählern bei Wahlen in Ländern, in denen Ausweispapiere für Bürger nicht immer standardisiert oder institutionalisiert sind, auf den Zeigefingern aufgetragen wird.

Deutschland
2013

Béla Meiers

Gleich aber unterschiedlich

Im Durchschnitt verdienen Frauen 22% weniger als Männer.

Deutschland
2015

Andrea Schulz & Christoph Engelhard

Gehaltserhöhung

Trotz dem gesellschaftlichen Konsens zur Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann, ist die tatsächliche Gleichbehandlung der Geschlechter immer noch nicht wirklich durchgesetzt. Es gibt viele versteckte und eher unauffällige Szenarien der Geschlechter-Diskriminierung, aber eine der augenscheinlichsten Ungerechtigkeiten ist die unterschiedliche Entlohnung von Frauen und Männern, die den gleichen Beruf ausüben. Und dies nur wegen einem kleinen körperlichen Unterschied der nicht zu beeinflussen ist und was noch viel wichtiger ist, in keinster Weise die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Diesen gerade zu lächerlichen Zustand, wollen wir mit diesem Motiv ins rechte Licht rücken.

Deutschland
2013

Benjamin Kunz

Our relationship with 4th nature

Im Zentrum meines Posters steht die Schönheit und unser Umgang mit wilder, urbaner Natur, welche auf stark vom Menschen überprägten Standorten (Brachflächen, alten Industrieareale) gedeiht. Diese sogenannte 4. Natur fügt sich durch ihre wuchernde und ungeschönte Ästhetik nicht in unseren klassischen Schönheitsbegriff ein und wird oftmals nicht groß beachtet. Ihre Vielfalt ermöglicht allerdings eine große Biodiversität im urbanen Raum und schafft die Möglichkeit, wilde Natur in Stadtnähe zu erleben. Jedoch existieren diesen Flächen meist nur temporär, da sie im Zuge der Urbanisierung und Verdichtung neuen Bauprojekten zum Opfer fallen.

Schweiz
2021

Victor Santos

Cannibal Economy

The motive: the periodical capitalist crisis dramatic shows, that for this profit economic system of the human being is disposable, the life of millions is a throwaway to “save” a tiny group of banks and companies.

Mexiko
2012

Leonie Brandmüller

MeMeMe

Sich selbst als Mittelpunkt allen Geschehens anzusehen, birgt die Gefahr andere Standpunkte und Positionen nicht mehr nachvollziehen zu können.

Deutschland
2021

Michał Stachacz

Stadt

Dieses Poster kombiniert zwei vertraute Symbole: das Behindertensymbol und ein städtisches Straßenschild. Die Stadtsilhouette steht für kaputte, unzugängliche öffentliche Räume – Schlaglöcher, bröckelnde Bürgersteige, steile Bordsteine und das Fehlen von glatten Wegen. Die Person im Rollstuhl ist darin gefangen.

Polen
2025

Tobias König

Fleisch

Der Fleischkonsum ist so hoch wie nie. Jährlich werden Milliarden Tiere durch ein System geschleust, das sie möglichst effizient tötet und verarbeitet. Ethisch, ökologisch und gesundheitlich ist das höchst problematisch.

Schweiz
2025

Michel Domeisen

Sicher Angelegt

Die Schweiz ist aufgrund des unregulierten Rohstoffhandelsplatzes und der fehlenden Finanztransparenz ein Paradies für russische Oligarchen. Trotz Putins Angriffskrieges in der Ukraine zeigen die Schweizer Behörden wenig Interesse daran, russisches Geld in der Schweiz aufzuspüren. Bislang wurde bloß ein kleiner Bruchteil des vermuteten Vermögens eingefroren. Die Schweiz dient auch in Kriegszeiten als sicherer Hafen für das Geld all derjenigen, die Putins totalitäre und imperialistische Politik unterstützen, und die Kriegsmaschinerie des Kremls maßgeblich mitfinanzieren.

Schweiz
2023

Christopher Scott

Dead Leaf

A dead leaf in the shape of South America and the holes in the leaf represent the deforestation in the Amazon rainforest.

Irland
2011

Julien Joliat

Innocent

„Love your neighbor“ seems to have another meaning

Schweiz
2012

Andreas Stettler

Ein / Aus

Es ist ganz einfach:
Kopf einschalten – AKWs ausschalten.

Schweiz
2011

Déborah Mayer

Zukunftsvision

Ritalin ist »das« Mode-Medikament unserer Zeit, welches meiner Meinung nach viel zu oft und viel zu schnell aktiven Kindern verabreicht wird, um sie der Norm anzupassen. In meinem Plakat wird im hyperrealistischen Stil eine Zukunft dargestellt, in der Ritalin als grundlegende Zutat in Produkten für Kinder eingesetzt wird. So beispielsweise in der schweizweit bekannten Eissorte »Rakete« von Frisco (Nestlé).

Schweiz
2015

Toshifumi Kawaguchi

Radioactive Milk

Nuclear disaster contaminates many food such as milk, mushrooms, fish, vegetables, meats, fruits, rice, tea and etc. Once it happens, it will make the nature continue to be contaminated because of long half-lives of radioactive materials (those of Sr-90 and Cs-137 are about 30 years). Unstable damaged Fukushima nuclear power plants still emit radioactive materials to the environment. I live in Tokyo, and like many other people I have had fears for invisible radiation since last year, which was often invoked when I thought what to eat. I have expressed in this poster what I have felt in this pessimistic daily life. Nuclear power is very destructive to both the nature and our lives.

Japan
2012